Regino Preis 2003
Home Regino-Preis 2008 Regino-Preis 2007 Regino-Preis 2006 Regino-Preis 2005 2002 et. al. Regino:Biographie Links Ausschreibung 2009

 

Nach oben
Koblenz
Rauch
Kießling
Schenk
Lange

Mit dem Regino-Preis 2003 wurden am 20.04.2004 in Koblenz zum vierten Mal die besten Justizreportagen ausgezeichnet.

  Die Preisträger 2003

Renate Rauch (Print)
Berlin
Berliner Zeitung / Magazin:
 
Jeanette Kießling (Print)
Hannover
Asphalt Magazin GmbH

Uli Schenk (TV)
Berlin
ZDF

Peter Lange (Hörfunk)
 Köln
Deutschlandfunk

Barbara Schmidt-Mattern (Hörfunk)
Köln
Deutschlandfunk
 
 

 Der von Rechtsanwalt Wolfgang Ferner, Heidelberg, intiierte und gemeinsam mit der Neuen Juristischen Wochenschrift gestiftete Regino-Preis zeichnet jährlich besonders positive Beispiele der Gerichts- und Justizberichterstattung aus allen Sparten der Medienlandschaft aus.

Die feierliche Preisverleihung fand jetzt wieder in den Räumlichkeiten des OLG Koblenz statt

Der Regino-Preis 2003 wurde zweimal in der Rubrik Printmedien und jeweils einmal in den Rubriken Hörfunk und Fernsehen verliehen. Jeder ausgezeichnete Beitrag wurde mit einem Preisgeld in Höhe von 500 Euro honoriert.

Mit dem Regino-Preis 2003 für Printmedien wurden die Kolumne „Vor Gericht“ von Renate Rauch, die in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung erscheint, sowie die Serie von Gerichtsreportagen von Jeanette Kießling, die fester Bestandteil des Asphalt Magazins aus Hannover sind, ausgezeichnet.

Die Arbeiten beider Preisträgerinnen aus dem Printbereich beeindruckten besonders dadurch, so Rechtsanwalt Martin W. Huff in seiner Laudatio, dass beide kontinuierlich über den wahren Justizalltag, weniger über spektakuläre Fälle berichten, jedoch nichtsdestoweniger sachlich und fundiert, so dass es beiden gelang, über einen längeren Zeitraum ein nüchternes Abbild der Justiz zu schaffen, ohne zu langweilen, ohne die menschlichen Aspekte der Fälle zu vernachlässigen und nicht ohne Verständnis für alle Beteiligten zu wecken.

Der Regino-Preis 2003 in der Kategorie des Hörfunks wurde den Autoren ihres gemeinsamen Beitrags „Als wären sie nicht verfolgt worden“, Peter Lange und Barbara Schmidt-Mattern verliehen. Dieser Beitrag bestach bereits allein durch seine schwierige Thematik, nämlich zur rechtlichen Entwicklung der Entschädigungsgesetze nach dem zweiten Weltkrieg, und konnte durch seine Aufbereitung und Umsetzung die Jury uneingeschränkt überzeugen. Der Beitrag vermochte, insbesondere durch die Verwendung vieler Originalstimmen, den Hörer in die Thematik mit einzubeziehen.

Ausgezeichnet als bester Fernsehbeitrag wurde der dokumentarische Film „Der Fremde an meinem Tisch“ von Uli Schenk, in dem sich die Filmemacherin mit dem bemerkenswerten Engagement eines Ehepaares befasst, das jugendlichen Straftätern unter Ihrem Dach eine zweite Chance gibt und mit ihnen gemeinsam ihren Alltag gestaltet. Der Film begleitet die jugendlichen Straftäter und berichtet über Erfolge und Misserfolge des außergewöhnlichen Projekts aus Lüneburg. Der Film lud sowohl zum Nachdenken ein und konnte auch als eine Art Hommage an derartige Zivilcourage verstanden werden.

Die Jury, bestehend aus Rechtsanwalt Wolfgang Ferner, Ferner & Kollegen, Heidelberg, Karlsruhe, Alsdorf (Aachen); Rechtsanwalt Martin W. Huff, Chefredakteur und Schriftleiter der NJW; Hildegard Becker-Toussaint, Ltd. Oberstaatsanwältin und Pressesprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main; Dr. Heinz-Georg Bamberger, Präsident des OLG Koblenz und Rechtsanwalt Bernhard Töpper, Redaktionsleiter der Redaktion Recht und Justiz beim ZDF, hatte die schwere Aufgabe, aus einer Vielzahl qualitativ hochwertiger Beiträge, die letztlich überzeugendsten auszuwählen.

Die Schirmherrschaft über den Regino-Preis 2003 übernahm Herbert Mertin, Minister der Justiz des Landes Rheinland-Pfalz, der den Gewinnern in seinem Grußwort zur Auszeichnung gratulierte.

Bamberger begrüßte eingangs alle Preisträger, Gäste und Interessierte der Presse, wie auch den Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes des Landes Rheinland-Pfalz, Prof. Dr. Karl-Friedrich Mayer, in der imposanten Bibliothek des Oberlandesgerichts in Koblenz.

Ferner betonte die unbedingte Notwendigkeit einer sachlichen und fundierten Gerichtsberichterstattung, da diese besonders schnell Gefahr laufe, reißerisch oder zumindest sachlich falsch aufbereitet zu werden. Ferner bedauerte dies, denn gerade die Gerichtsberichterstattung bedürfe einer besonderen Sorgfältigkeit, da sie die nahezu einzige Quelle sei, aus der die Bevölkerung, in deren Namen schließlich Recht gesprochen werde, ihre Eindrücke über die Justiz im Allgemeinen beziehe. Besonders bedauerte Ferner, dass es immer häufiger zu regelrechten journalistischen Entgleisungen komme, als besonders negativ seien ihm dabei die Berichterstattung in einer großen deutschen Boulevard-Tageszeitung über den „Saustall Justiz“ und die sich in allen Medien vermehrt verbreitenden Fantasie-Bezeichnungen, wie etwa die eines mutmaßlichen Unfallverursachers als „Turbo-Rolf“, in Erinnerung geblieben. Ferner appellierte nicht nur an Journalisten, sondern auch an Leser, Seher und Hörer von Gerichtsberichterstattungen, veröffentlichte Beiträge, die sie für auszeichnungswürdig halten, einzusenden und so für den Regino-Preis 2004 vorzuschlagen.

Rechtsanwalt Prof. Dr. Widmaier sprach als Festredner zum Thema „Medien und Justiz - aus Sicht eines Strafverteidigers“.

Widmaier strich dabei ebenfalls besonders hervor, wie wichtig eine sachliche, unvoreingenommene und kompetente Aufarbeitung von Lebenssachverhalten, insbesondere mit strafrechtlichem Bezug sei, da es sonst leicht zu Vorverurteilungen kommen könne, welche in einem demokratischen Rechtsstaat nicht möglich sein sollten. Für gleichermaßen unerlässlich schätzte Widmaier aber auch die Wahrung der Persönlichkeitsrechte der Beteiligten an Strafverfahren durch die Medien während der Zeit vor einer Verurteilung und auch danach. Immer wieder könne es ansonsten zu scheinbar unkalkulierten Entwicklungen kommen, mit teilweise unabsehbaren und irreversiblen Folgen für alle Beteiligten. Den Preisträgern gratulierte Widmaier ebenfalls und würdigte deren Arbeiten als wünschenswerten, guten Journalismus.

 

 

 

 

Die Preisverleihung fand am 20.04.2004 im OLG Koblenz statt.

Nach der Begrüßung durch den Präsidenten des OLG, Dr. Bamberger und RA Ferner, Koblenz hielt Rechtsanwalt Prof. Dr. Widmaier die Festansprache.

      

Copyright © 2001 Wolfgang Ferner
Stand: 14. April 2008