Regino-Preis 2007
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Regino-Preis 2007 für herausragende Justizberichterstattung
 
Im Festsaal des Oberlandesgerichts Koblenz wurde der Regino Preis 2007 verliehen an die Journalisten Annette Wilmes (Deutschlandradio Kultur), Ulrike Angermann, Peter Reichert (beide ZDF) und Mario Kaiser (Spiegel). Den Festvortrag hielt Rechtsanwalt Eberhard Kempf, Frankfurt.
 
Annette Wilmes, Autorin von Deutschlandradio Kultur, erhält Regino-Preis 2007
 
Annette Wilmes, Autorin von Deutschlandradio Kultur, wurde im Bereich Hörfunk mit dem Regino-Preis 2007 ausgezeichnet. Der prämierte Beitrag wurde am 29. Januar 2007 im Kulturprogramm des Nationalen Hörfunks in der Reihe "Zeitfragen" ausgestrahlt.

In der preisgekrönten Sendung "Beschützer oder Komplize?" geht die Autorin der Ambivalenz des Berufsstandes der Strafverteidiger nach. Dabei kommen Richter, Staatsanwälte und Strafverteidiger, aber auch Verurteilte zu Wort.

Der Preis für herausragende Justiz-Berichterstattung wird seit dem Jahr 2000 jährlich von Rechtsanwalt Wolfgang Ferner in Zusammenarbeit mit der Neuen Juristischen Wochenschrift verliehen. Die Preisverleihung findet am 9. Mai 2008 am Oberlandesgericht Koblenz statt. Unter
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/zeitfragen/583673
  findet sich weiterführendes Material sowie die Möglichkeit zum Download des Manuskripts der prämierten Sendung.
 
Der Mordfall Jakob von Metzler
Ein Verbrechen und seine Folgen
Am 30. September 2002 verhaftete ein Sondereinsatzkommando der Polizei den Jurastudenten Magnus Gäfgen. Er hatte den elfjährigen Frankfurter Bankierssohn Jakob von Metzler entführt, für seine Freilassung eine Million Euro erpresst, dann den Jungen aber nicht frei gelassen.
Einsatzbesprechung der BAO Louisa (Spielszene) Einsatzbesprechung der BAO Louisa (Spielszene) (Quelle: PHOENIX/ZDF/Norbert Ulrichs)
 
Die Dokumentation zeichnet den Ablauf des Entführungsdramas aus der Sicht der Polizei nach. Experten stellen die unterschiedlichen juristischen Sichtweisen dar, und vor der Kamera äußert sich der Mann, dessen Entscheidung Rechtsgeschichte schrieb: Wolfgang Daschner.
Nach seiner Festnahme befragen Polizeibeamten den verdächtigen Studenten immer wieder nach Jakobs Versteck. Aber der Entführer gibt sich unbeeindruckt, hält mit immer neuen Lügen fast 1.000 Polizisten in Atem. Dann trifft Frankfurts Polizei-Vizepräsident Wolfgang Daschner, der damals für den Fall zuständig ist, eine umstrittene Entscheidung: Ein Kriminalbeamter soll dem Verdächtigen Gäfgen Schmerzen androhen für den Fall, dass er sich weiterhin weigere, das Versteck des Kindes zu nennen.
Gäfgen gibt daraufhin zu, dass er Jakob von Metzler getötet habe, und nennt nun auch das Versteck der Leiche. Pflichtbewusst hält Daschner diese Drohung gegen Gäfgen in einem Vermerk fest. Es ist der 1. Oktober 2002. Seither steht Daschners Vermerk im Mittelpunkt juristischer Betrachtungen, führte zu öffentlichen Diskussionen über Folter und sorgte schließlich für ein Gerichtsurteil, das die Menschen bis heute spaltet: Wolfgang Daschner und sein Mitarbeiter wurden wegen Nötigung Gäfgens vom Frankfurter Landgericht verurteilt.
 
Sendetermin
Mi, 06.12.06, 21.00 Uhr
Zu Recht, sagen die einen, skandalös die anderen. In seiner Urteilsbegründung stellte das Frankfurter Gericht unmissverständlich fest: Ein Verstoß gegen die Achtung der Menschenwürde ist daher auch als verwerflich anzusehen, wenn dieser - subjektiv - zu dem Zweck erfolgt ist, das Leben eines Kindes zu retten."
"Es war viel von Menschenwürde die Rede", sagt Wolfgang Daschner heute rückblickend, "aber fast nur von der des Täters und nicht von der Menschenwürde des Kindes und seiner Familie."
Film von Peter Reichard und Ulrike Angermann
Copyright © 2001 Wolfgang Ferner
Stand: 14. April 2008