02.11.2001
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Gerichtsreportagen ausgezeichnet

 

Sabine Rückert, Peter Holenstein und Sascha Becker erhielten Regino-Preis 2001

 

Koblenz, Neuwied, Heidelberg. 02.11.2001. „Der grauenhaft komische Prozess – eine Reportage“, so lautete die Überschrift des am 2. November preisgekrönten Beitrags der Journalistin Sabine Rückert („Die Zeit“). Die Veranstalter des Regino-Preises, Rechtsanwalt Wolfgang Ferner und der Hermann Luchterhand Verlag, empfingen in den Räumen des Oberlandesgerichts (OLG) Koblenz Vertreter des rheinland-pfälzischen Justizministeriums, der Staatsanwaltschaften, der Gerichte und der Medien.

 

Über 50 Journalisten aus dem Printbereich hatten Ihre Arbeiten für den in diesem Jahr zum zweitenmal verliehenen Regino-Preis eingereicht. Hinzu kamen ein TV-Beitrag und eine Multimedia/Internet-Reportage. Neben den gleichberechtigten Preisträgern Sabine Rückert und Peter Holenstein – beide Printmedien - erhielt Sascha Becker (SWR) den Sonderpreis für seine TV-Gerichtsreportage.

 

Festredner Gerhard Mauz - Autor des „Spiegel“ und in Fachkreisen als die „graue Eminenz“ der Gerichtsreportagen anerkannt -, die Jury und die beiden Schirmherren des Regino-Preises, der rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin sowie der Präsident des Oberlandesgerichts Koblenz Dr. Hans Georg Bamberger überreichten den diesjährigen Gewinnern Ihre Preise.

 

Nach Ansicht der Jury zeichneten sich die Gerichtsreportagen von Sabine Rückert und Peter Holenstein („Das Magazin“, Zürich) durch besonders gründliche Recherche aus. Rückert berichtete über den Entführungsprozess des Multimillionärs Jan Philipp Reemtsma. Sie erfasste und analysierte dabei neben den sachlichen Inhalten auch die Körpersprache und Stimmungen der beteiligten Personen. Dem Leser eröffnete sich das grauenhafte Leid auf Seite der Anklage und die gelassene Heiterkeit des Angeklagten.

 

In der Gerichtsreportage von Peter Holenstein ging es um den vermeintlichen sexuellen Missbrauch eines schwerst behinderten Mädchens. Der besonders ausführliche Bericht ermöglichte es dem Leser sich ein objektives Bild des gesamten Prozesses und des damit verbundenen Justizirrtums zu machen. Holenstein ging sogar noch über das Urteil hinaus und schilderte eindrucksvoll die Konsequenzen für alle Beteiligten nach Einstellung des Strafverfahrens.

 

Gerhard Mauz wies in seiner Festrede auf die Bedeutung des qualifizierten Journalismus hin und bezeichnete die Meinungsfreiheit als die 4. Gewalt im Staat. Mertin forderte die Journalisten auf kritisch zu hinterfragen und erinnerte an die Mitwirkungspflicht der Juristen.

 

In der Jury saßen Rechtsanwalt, Stifter und Initiator des Regino-Preises Wolfgang Ferner, Rechtsanwalt und Journalist Martin W. Huff, Vorsitzender Richter und Pressesprecher des OLG Wolfgang Krämer, Oberstaatsanwalt Dr. Bernhard Loos und Lektor im Verlagsbereich Anwälte des Hermann Luchterhand Verlages - und damit ebenfalls Preisstifter - Stefan Kolbe. „Wir hoffen, dass sich im nächsten Jahr auch zahlreiche Journalisten aus Fernsehen, Hörfunk und den Neuen Medien/Internet um den Preis bewerben.“, erklärt Wolfgang Ferner. Dann – so die Stifter des Preises – sollen in jeder Kategorie Preise vergeben werden.

 

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Copyright © 2001 Wolfgang Ferner
Stand: 14. April 2008